St. Elisabeth Königs Wusterhausen & St. Antonius Eichwalde

 

Geschichte der Katholischen Kirchengemeinde 

St. Antonius Eichwalde 

Baubeschreibung

Lage:

Die St.-Antonius-Kirche bildet den markanten Abschluss der Grünauer Straße am Siedlungskern von Eichwalde. Symbolische 33 m hoch erhebt sich ihr Turm als wichtige Sichtmarke unseres Ortes und bildet somit einen markanten Abschluss dieser zentralen Ortsstraße.

Ausrichtung:

Auffällig mag sein, dass im Gegensatz zu vielen anderen Kirchen St. Antonius nicht geostet ist sondern in Nord-Süd-Ausrichtung konzipiert wurde. Einen Zwang zur Ausrichtung nach Osten gab es jedoch nie. Prominentestes Beispiel ist die Grabeskirche in Jerusalem, die ihren Altar im Westen hat. Zentral für den Eichwalder Bau war die bauplanerische Ausrichtung auf die Grünauer Straße hin, womit eine Ostung angesichts des Baugrundstücks und der vorgegebenen Straßen nicht realisierbar war.

Turm:

Der Turm selbst wächst organisch aus der Baumasse der als klassische Basilika in den historisierenden Formen der märkischen Backsteinromanik von Clemens Lohmer aus Leipzig konzipierten Kirche kraftvoll  empor.

Die monumentale Wirkung, hervorgehoben durch die Verwendung des rustikal behauenen Bruchsteins im Unterbau, wird belebt durch ein Wechselspiel reicher Ziegelornamentik und ausgesparter Putzflächen. Der Turmschaft wächst quadratisch aus diesem empor und wird flankiert von vier Balkonen, von denen sich ein grandioser Blick auf die reizvolle Umgebung bietet.

Der pyramidale Glockenhelm aus Kupferblech, dessen Spitze - statt des bauzeitlichen Patriarchenkreuzes - in Folge eines Sturmschadens nun ein schlichtes lateinisches Kreuz krönt, beherbergt den Glockenstuhl für die drei Glocken Antonius, Maria und Josef.

Hauptportal und Taufkapelle:

Unter dem von einem griechischen Kreuz bekrönten Tympanon bildet ein auf Würfelkapitellen ruhendes Rundbogenportal den ornamentalen Rahmen für ein bauzeitliches Glasmosaik der bekannten Berliner Firma Puhl & Wagner auf dem uns der barmherzige Erlöser mit brennendem Herzen und weit geöffneten Armen einlädt „KOMMET ALLE ZU MIR DIE IHR MUEHSELIG UND BELADEN SEID“.

Architektonisch selbstbewusst kündet die Nordfront von St. Antonius an exponierter Ortslage somit von der einladenden, frohen Botschaft des barmherzigen Erlösers, der seiner Kirche vorsteht und in ihr lebendig ist.

Wie in vielen frühchristlichen Kirchen befindet sich auch in St. Antonius die Taufkapelle im Eingangsbereich der Kirche und erinnert daran, dass dies das grundlegende Sakrament unserer Zugehörigkeit zum Gottesvolk ist.

Das durch den Architekten der Kirche entworfene Taufbecken aus Sandstein ruht auf vier Marmorsäulen mit Würfelkapitellen. Das Taufbecken selbst - eine Stiftung des damaligen Kirchenvorstandes und Gastwirts Johannes Wiechers – ist mit einem floralen Schmuckband behauen. Im Zuge der Umgestaltung in den 60er Jahren wurde es mit einem neuen aus Kupfer getriebenen Deckel versehen, der im Dekor die Gestaltung der Kirchenfenster aufgreift.

Kirchenschiff und Chor:

Zentral für den Leipziger Architekten Clemens Lohmer war die Gestaltung der Kirche im romanischen Stil unter Verwendung der märkischen Formensprache in Ziegelrohbau.

Er entschied sich somit bewusst für den Stil, der während der Entstehung der Mark Brandenburg im 13. Jh. vorherrschte und ausgehend von den Klöstern, als Zentren des Landesausbaus der Mark, Zeugnis von der ersten Blüte des Christentums unter katholischen Vorzeichen in dieser Region ablegt.

Eine klassische, dreischiffige, römische Basilika, die als Urtyp der christlichen Kirche nach der konstantinischen Wende gilt, bereicherte er unter diesem Vorzeichen mit zahlreichen Elementen der regionalen Backsteinarchitektur, die wir bspw. in den Klosterkirchen der Zisterzienser und Prämonstratenser in Lehnin und Jerichow wiederfinden: So wird der Kirchenbau, der bis auf den Turmbau keine schmückende Bauplastik aufweist lediglich durch Lisenen, Friese und Blendbögen belebt. Die Seitenschiffe, die jeweils mit einer Apsis abschließen, zeigen lediglich einfache Rundbogenfenster, während die Obergaden des Hauptschiffs durch Lisenen gegliedert werden, durch deren gepaarte Rundbogenfenster reichlich Tageslicht in das Hauptschiff gelangt.

Unterhalb der Traufgesimse schmücken ein Zahnfries und ein Kreuzbogenfries das Hauptschiff. Auch oberhalb der ursprünglichen vier Fenster der gestelzten Hauptapsis im Süden setzt sich diese Gestaltung fort. Die an beiden Seitenschiffen vorhandenen Anbauten mit Dreiecksgiebeln in Höhe des zweiten Jochs, die ursprünglich als Seiteneingang und Ort für den Beichtstuhl konzipiert waren, beleben die Außenfassade zusätzlich mit zahlreichen Blendbögen.

Anders als in den frühen Kirchen der Mark, deren Hauptschiffe durch Flachdecken abschlossen,  konnte Lohmer mittels moderner Verfahren des Industriezeitalters und der Freiheit des Historismus in der Formensprache, für die Decke ein Tonnengewölbe vortäuschen, das in Wirklichkeit lediglich aus Drahtputz besteht und somit für die Statik auch belastbar genug war.