St. Antonius Eichwalde & St. Elisabeth Königs Wusterhausen

 

Geschichte der Katholischen Kirchengemeinde 

St. Antonius Eichwalde 

St. Antonius Eichwalde ( 05/2016 )
St. Antonius Eichwalde ( 05/2016 )

 

 

St. Antonius Eichwalde ( 05/2016 )
St. Antonius Eichwalde ( 05/2016 )


St. Antonius bildet den markanten Abschluss der Grünauer Straße am Siedlungskern unseres Ortes. Symbolische 33 m hoch erhebt sich der Turm als wichtige Sichtmarke symmetrisch zu dieser Sichtachse und wächst aus der Baumasse des vorderen Traktes der neoromanischen Basilika organisch und kraftvoll  empor.
Die monumentale Wirkung wird unterstützt durch die Verwendung des rustikal behauenen Bruchsteins, der den Unterbau des Turms bildet. Aus diesem wächst unter Verwendung reicher Ziegelornamentik, die durch Putzflächen belebt wird, der quadratische Turm empor, der den Glockenstuhl für die drei Glocken Antonius, Maria und Josef beherbergt. Wie die flankierenden Balkone, von denen sich ein grandioser Blick auf die reizvolle Umgebung bietet, ist auch der Turmhelm mit Kupfer bedeckt. Die Turmspitze wird bekrönt von einem lateinischen Kreuz, nachdem das bauzeitliche Patriarchenkreuz nach einem Sturm beschädigt wurde.
Auffällig mag sein, dass im Gegensatz zu vielen anderen Kirchen unsere Kirche nicht geostet ist sondern in Nord-Süd-Ausrichtung gebaut wurde. Einen Zwang zur Ausrichtung nach Osten gab es jedoch nie, was schon aus städtebaulichen Gründen nicht durchgehalten werden konnte. Prominentestes Beispiel ist die Grabeskirche in Jerusalem, die ihren Altar im Westen hat. Zentral für den Eichwalder Bau war die städtebauliche Ausrichtung auf die Grünauer Straße hin, womit eine Ostung angesichts des Baugrundstücks und der vorgegebenen Straßen nicht realisierbar war.

St. Antonius Eichwalde ( 05/2016 )
St. Antonius Eichwalde ( 05/2016 )


Unter dem von einem griechischen Kreuz bekrönten Tympanon bildet ein auf Würfelkapitellen ruhendes Rundbogenportal den ornamentalen Rahmen für ein bauzeitliches Glasmosaik der bekannten Berliner Firma Puhl & Wagner auf dem uns der barmherzige Erlöser mit weit geöffneten Armen einlädt „KOMMET ALLE ZU MIR DIE IHR MUEHSELIG UND BELADEN SEID“.

Architektonisch selbstbewusst kündet die Nordfront von St. Antonius an exponierter Stelle des Ortes somit von der einladenden frohen Botschaft des barmherzigen Erlösers, der seiner Kirche vorsteht und in ihr lebendig ist.

Wie in vielen frühchristlichen Kirchen befindet sich auch in St. Antonius die Taufkapelle im Eingangsbereich der Kirche und erinnert daran, dass dies das grundlegende Sakrament unserer Zugehörigkeit zum Gottesvolk ist.

St. Antonius Eichwalde


St. Antonius Eichwalde ( 05/2016 )
St. Antonius Eichwalde ( 05/2016 )


Zentral für den Leipziger Architekten Clemens Lohmer war die Gestaltung der Kirche im romanischen Stil unter Verwendung der märkischen Formensprache in Ziegelrohbau.
Er entschied sich somit bewusst für den Stil, der während der Entstehung der Mark Brandenburg im 12. Jh. vorherrschte und der in den Klöstern, die als Zentren des Landesausbaus der Mark galten, Zeugnis der ersten Blüte des Christentums unter katholischem Vorzeichen in dieser Region gab.
Die klassische dreischiffige römische Basilika, die als Urtyp der christlichen Kirche nach der konstantinischen Wende gilt, gestaltete er unter diesem Vorzeichen mit zahlreichen Elemente der regionalen Backsteinarchitektur, die wir bspw. in den Klosterkirchen der Zisterzienser und Prämonstratenser in Lehnin und Jerichow wiederfinden: So wird der Kirchenbau, der bis auf den Turmbau keine schmückende Bauplastik aufweist lediglich durch Lisenen, Friese und Blendbögen belebt. Die Seitenschiffe, die jeweils mit einer Apsis abschließen, zeigen lediglich einfache Rundbogenfenster, während die Obergaden des Hauptschiffs durch Lisenen gegliedert werden durch deren gepaarte Rundbogenfenster reichlich Tageslicht in das Hauptschiff gelangt. Unterhalb der Traufgesimse schmücken ein Zahnfries und ein Kreuzbogenfries das Hauptschiff. Auch oberhalb der ursprünglichen vier Fenster der gestelzten Hauptapsis im Süden setzt sich diese Gestaltung fort. Die an beiden Seitenschiffen vorhandenen Anbauten mit Dreiecksgiebeln in Höhe des zweiten Jochs, die ursprünglich als Seiteneingang und Ort für den Beichtstuhl konzipiert waren, beleben die Außenfassade zusätzlich mit zahlreichen Blendbögen.

 

 

 

 

 


1901

Unter Philip Jeder, Pfarrer an der Liebfrauenkirche in der Wrangelstraße in Berlin-Kreuzberg, beginnt die Seelsorge der Katholiken in der 1893 auf Allerhöchsten Erlass Kaiser Wilhelms II. neu gegründeten Landgemeinde Eichwalde. Neben den Bewohnern Eichwaldes betreut er auch die verstreut lebenden Katholiken in Schulzendorf, Schmöckwitz, Carolinhof, Zeuthen, Miersdorf, Waltersdorf, Kiekebusch, Rotberg, Grünau sowie die zahlreichen polnischen Saisonarbeiter auf den benachbarten Gütern.


1902

Zum Bau einer katholischen Kirche überlässt die Gemeinde Eichwalde dem Fürstbischöflichen Stuhl zu Breslau den Romanusplatz. Die Eigentümer des ehemaligen Rittergutes Radeland überlassen der katholischen Gemeinde zum Bau eines Pfarrhauses und einer Schule zwei benachbarte Parzellen.


18.11.1903

Im alten Gesindehaus des vormaligen Gutes wird eine Kapelle unter dem Patronat des Heiligen Antonius von Padua eingerichtet und regelmäßig die Heilige Messe gefeiert.


01.04.1905

Georg Kardinal von Kopp, Fürstbischof von Breslau, fasst die Orte Eichwalde, Kiekebusch, Miersdorf, Schulzendorf, Schmöckwitz, Waltersdorf, Zeuthen und Grünau in der neuerrichteten, vermögensrechtlich selbständigen Kuratie Eichwalde mit Sitz in Eichwalde zusammen.


24.09.1907

Konrad Aßmann wird zum ersten Kuratus von St. Antonius Eichwalde ernannt und löst somit Philip Jeder als Seelsorger ab.


16.08.1909

Mit der Ernennung von Paul Hentschel folgt ein Seelsorger, der durch sein Organisationstalent dem Kirchbauprojekt neuen Schwung verlieh.


12.05.1911

Der Kirchenvorstand von St. Antonius entscheidet sich beim Neubau der Kirche auf dem Romanusplatz für den Projekt-Entwurf des Leipziger Architekten Clemens Lohmer, der eine dreischiffige romanische Basilika unter Verwendung der märkischen Formensprache und regionaler Rohstoffe in axialer Ausrichtung des Baus auf die Grünauer Straße hin und unter besonderer Betonung des organisch aus der Baumasse emporwachsenden 33 m hohen Turmes, vorsieht. Das vom selben Architekten entworfene Pfarrhaus, das ebenfalls im märkischen Heimatstil konzipiert ist, wird 1914 fertiggestellt.


25.08.1912

Unter freudiger Anteilnahme weiter Teile der Bevölkerung aller Konfessionen des Ortes wurde unter Armeebischof Dr. Vollmer der Grundstein gelegt.


16.03.1913

Am Palmsonntag wird das erste Geläut, das von der Großherzoglichen Glockengießerei Schilling & Söhne in Apolda gegossen wurde, durch Kuratus Hentschel auf Jesus, Maria und Josef geweiht. Dieses erste Bronzegeläut war auf die Töne f‘, as‘ und b‘ gestimmt und reich verziert.


18.07.1913

Ankauf der Orgel aus der alten Pfarrkirche in Haynau (Schlesien) und deren Umbau durch die Firma Schlag & Söhne in Schweidnitz.


10.08.1913

Feierliche Weihe des neuen Gotteshauses durch Erzpriester Alesch unter Assistenz aller bisherigen Eichwalder Seelsorger.

Den Mittelpunkt der neoromanischen Inneneinrichtung bildet der geschnitzte in Blattgold gefasste Hauptaltar. Unter einem segnenden Christus Pantokrator krönt das Altarkreuz mit einer Christ-Königs-Darstellung flankiert von den vier Evangelisten in Silber den Tabernakel. Die beiden (noch erhaltenen) Seitenreliefs stellen links das Opfer des Melchisedek und rechts die Darbringung Jesu im Tempel dar.


24.06.1917

Im Zuge des I. Weltkriegs beschließt der Kirchenvorstand die Demontage des gesamten Bronzegeläuts, das für die Kriegsproduktion eingeschmolzen wird.


24.03.1929

Weihe eines aktuellen Geläuts aus Edelklangstahl durch Kuratus Max Kohlsdorf. Dieses, ebenfalls aus Apolda von der Firma Schilling & Lettermann stammende Geläut, ist auf die Töne g‘, h‘ und d‘ gestimmt. Die bis heute erhaltenen Glocken sind Antonius, Maria und Josef geweiht.

Zeitnah wird erstmals ein elektrisches Läutwerk in den Glockenstuhl eingebaut.


05.12.1929

Aufstellung eines Altars mit einer Herz-Jesu-Statue rechts vom Hochaltar, die von zwei Reliefdarstellungen des heilenden und tröstenden Heilands flankiert wird. Der Altar sollte an die Gefallenen des vergangenen Weltkrieges erinnern.


08.04.1948

Konrad Kardinal Graf von Preysing, Bischof von Berlin, erhebt die Kuratie St.-Antonius Eichwalde zur eigenständigen Pfarrgemeinde.


1954

Erste umfassende Renovation des Innenraums der Kirche. Dem Zeitgeschmack entsprechend kommt es zu einer reduzierten Ausgestaltung. Neben der Installation neuer Beleuchtungskörper wird die Ausmalung weiß überstrichen und ein Eichenpaneel rund um die Innenwände verlegt. Der 1929 aufgestellte Herz-Jesu-Altar wird aus Platzgründen wieder entfernt und die Statue am ersten Pfeiler des rechten Seitenschiffes positioniert (heutiger Standort der Antonius-Statue).


16.08.1963

In Vorbereitung des 50. Kirchweihjubiläums kommt es zu weiteren Umbauten: Entfernung der tragenden Säulen der Kanzel, neue Kommunionbank ohne Doppeltüren, Beseitigung der Zierleisten am Hauptaltar. Zudem wird der neue Eichenholz-Kreuzweg des Görlitzer Bildschnitzers Georg Schröter angebracht.


08.09.1963

Neukonsekration des Hauptaltars durch Weihbischof Heinrich Theissing unter Einlassung von Reliquien der Heiligen Märtyrer Papst Xystus II. (Gedenktag: 06.08.) und der Heiligen Felizistas (Gedenktag: 07.03.) in das Sepulcrum.


30.11.1963

Die Pfarrei erhält eine authentische Antonius-Reliquie, die 10 Jahre später ein würdiges Reliquiar (Entwurf Alfons Bittner) mit der Darstellung des Heiligen, erhält.


1964

In Folge eines Sturmschadens werden die Säulen auf den Balkontürmen der Kirche entfernt und durch einfache Backsteinpfeiler ersetzt. Auch das Patriarchenkreuz (doppelter Querbalken), das seit 1913 den Kirchturm krönte, wird durch ein lateinisches Kreuz ersetzt.


30.11.1964

Nachdem die alten Fenster der Taufkapelle zerstört worden waren, werden diese durch eine zeitgenössische Darstellung der Schöpferhand und des Heiligen Geistes des Leipziger Glaskünstlers Johannes Roemer ersetzt.


13.06.1965

Weihe der neuen Antonius-Statue des Görlitzer Bildschnitzers Georg Schröter.


März 1966

Aufstellung einer neuen Mutter-Gottes- und einer Josefs-Statue aus Lindenholz nach Entwürfen von Alfons Bittner und von Georg Schröter geschnitzt. Im Juni 1967 folgt eine Heilige Elisabeth, die als Verkörperung der christlichen Nächstenliebe dargestellt ist.


14.04.1969

Beginn der großen Umgestaltung des Innenraums der Kirche unter Beachtung der Erfordernisse der Liturgiereform des II. Vatikanischen Konzils. Alter Hochaltar und Kanzel werden abgetragen, ein Fenster in der Apsis zugemauert, ein neuer Fußboden verlegt und die Fenster neu verglast.

Theologischer Grundgedanke der Neugestaltung des Innenraums ist die Verheißung des Himmlischen Jerusalems aus der Offenbarung des Johannes, die der Berliner Künstler Alfons Bittner federführend umsetzt. Zentrale Elemente dabei sind die Apsisfenster mit der Darstellung des apokalyptischen Lammes und die Neufassung zentraler Ausstattungsstücke der Kirche mit goldfarbig gefassten farbigen Steinen, die das Bild der Stadtmauern des Himmlischen Jerusalems zitieren. Den Mittelpunkt des Altarraumes bildet der neue Altar, der auf den Säulen des alten Hochaltars ruht. Neben diesen konnten mit den beiden Seitenreliefs des Hochaltars, des Evangelisten-Reliefs aus der alten Kanzel, dem alten Altarkreuz im neuen Vortragekreuz und dem alten Taufstein auch zentrale Ausstattungsstücke von 1913 in die Neugestaltung integriert werden.


21.12.1969

Konsekration des neuen Altars, durch Erzbischof Kardinal Bengsch am 4. Adventssonntag unter Verwendung der Reliquien des alten Hochaltars.


25.05.1977

Nach einem Jahr findet mit der Abdeckung des Turmes mit Kupferblech und der Neueindeckung des Daches auch die Außensanierung der Kirche ihren Abschluss.


1983

Anlässlich des Rosenkranzmonats erhält die Mutter-Gottes-Statue eine Mandorla (Entwurf von Alfons Ritter, Ausführung Gerhard Suchorski)


10.03.1985

Joachim Kardinal Meisner schenkt unserer Pfarrei eine Johannes-Nepomuk-Statue, die, da der populäre Heilige auch der Patron des Beichtgeheimnisses ist, über dem Beichtstuhl platziert wird.


17.02.1991

Ausbruch eines Feuers in der Sakristei, das neben der Ausstattung und dem Inventar der Sakristei auch den Innenraum der Kirche so stark in Mitleidenschaft zieht, dass die Restaurierung der Orgel nicht mehr möglich ist. Dank der Gastfreundschaft unserer evangelischen Geschwister vor Ort können die Sonntagsmessen während der Renovierungsarbeiten in der Evangelischen Kirche stattfinden. Bereits am 7. Juli finden die Renovierungsarbeiten mit der Heiligen Messe in der Pfarrkirche ihren Abschluss.


2004

Pfarrkirche, Pfarrhaus und Einfriedung werden in die Denkmal-Liste des Landes Brandenburg aufgenommen. Sie stehen unter Ensembleschutz.


2008 - 2009

Mit Unterstützung durch das Erzbistum, das Land und die Kommune sowie zahlreicher Spenden kann die Pfarrgemeinde die Neueindeckung des Kirchdachs in seiner ursprünglichen Form und die denkmalgerechte Restaurierung der Fassade des Pfarrhauses realisieren.


10.08.2013

Nach langer Vorbereitung, die schon unter Pfarrer Schröter begonnen hatte, begeht die Gemeinde unter ihrem Pfarradministrator Pfarrer Nava-Mediavilla das 100. Jubiläum ihrer Pfarrkirche. Den Höhepunkt der einwöchigen Festwoche bildet der Festgottesdienst mit Weihbischof Dr. Mathias Heinrich, an der allein drei Priester, die aus der Gemeinde hervorgegangen sind, konzelebrieren. Zusammen mit unserer Schwestergemeinde St. Elisabeth in Königs Wusterhausen und vielen Gästen auch anderer Konfessionen feiert die Gemeinde ein buntes Fest zum Jubiläum der Kirche und zu ihrem Bekenntnis.





 

Pfarrarchiv Bilder Eichwalde

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Altarraum

AntoniusTuchEsel
Altar Ostern 2013
Darstellungdes Herrn
Opferdes Melchisedeks
Altarraum 2013