St. Antonius Eichwalde & St. Elisabeth Königs Wusterhausen

 

Geschichte der Katholischen Kirchengemeinde 

St. Antonius Eichwalde 

St. Antonius Eichwalde ( 05/2016 )
St. Antonius Eichwalde ( 05/2016 )


St. Antonius Eichwalde ( 05/2016 )
St. Antonius Eichwalde ( 05/2016 )
St. Antonius Eichwalde ( 05/2016 )
St. Antonius Eichwalde ( 05/2016 )


St. Antonius Eichwalde ( 05/2016 )
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St. Antonius Eichwalde





Chronik



1901

Unter Philip Jeder, Pfarrer an der Liebfrauenkirche in der Wrangelstraße in Berlin-Kreuzberg, beginnt auf Bitten mehrerer Einwohner die Seelsorge der Katholiken in der 1893 auf Allerhöchsten Erlass Kaiser Wilhelms II. neu gegründeten Landgemeinde Eichwalde. Neben den Bewohnern Eichwaldes betreut er auch die verstreut lebenden Katholiken in Schulzendorf, Schmöckwitz, Carolinhof, Zeuthen, Miersdorf, Waltersdorf, Kiekebusch, Rotberg, Grünau sowie die zahlreichen polnischen Saisonarbeiter auf den benachbarten Gütern.

1902

Zum Bau einer katholischen Kirche überlässt die Gemeinde Eichwalde dem Fürstbischöflichen Stuhl zu Breslau den Romanusplatz, nachdem der zuvor in Aussicht gestellte König-Ludwig-Platz (Platz der Republik) wegen zu großer Nähe zum Bauplatz der Evangelischen Kirche durch den Amtsvorsteher in Zeuthen verworfen wurde. Die Eigentümer des ehemaligen Rittergutes Radeland überlassen der katholischen Gemeinde zum Bau eines Pfarrhauses und einer Schule zwei benachbarte Parzellen.

18.11.1903

Im alten Gesindehaus des vormaligen Gutes wird eine Kapelle unter dem Patronat des Heiligen Antonius von Padua eingerichtet und regelmäßig die Heilige Messe gefeiert.

01.04.1905

Georg Kardinal von Kopp, Fürstbischof von Breslau, fasst die Orte Eichwalde, Kiekebusch, Miersdorf, Schulzendorf, Schmöckwitz, Waltersdorf, Zeuthen und Grünau in der neuerrichteten, vermögensrechtlich selbständigen Kuratie Eichwalde mit Sitz in Eichwalde zusammen.

24.09.1907

Konrad Aßmann wird zum ersten Kuratus von St. Antonius Eichwalde ernannt und löst somit Philip Jeder als Seelsorger ab

16.08.1909

Mit der Ernennung von Paul Hentschel folgt der Seelsorger, der durch sein Organisationstalent dem Kirchbauprojekt neuen Schwung verlieh und erfolgreich zum Abschluss führte.

12.05.1911

Der Kirchenvorstand von St. Antonius entscheidet sich beim Neubau der Kirche auf dem Romanusplatz für den Projekt-Entwurf des Leipziger Architekten Clemens Lohmer. Das vom selben Architekten entworfene Pfarrhaus, das ebenfalls im märkischen Heimatstil konzipiert ist, wird 1914 fertiggestellt.

25.08.1912

Unter freudiger Anteilnahme weiter Teile der Bevölkerung aller Konfessionen des Ortes wurde unter Armeebischof Dr. Vollmer der Grundstein in unmittelbarer Nähe des alten Gutsfriedhofs gelegt

16.03.1913

Am Palmsonntag wird das erste Geläut, das von der Großherzoglichen Glockengießerei Schilling & Söhne in Apolda gegossen wurde, durch Kuratus Hentschel auf Jesus, Maria und Josef geweiht. Dieses erste Bronzegeläut war auf die Töne f‘, as‘ und b‘ gestimmt und reich verziert.

18.07.1913

Auf Beschluss des Kirchenvorstandes erfolgt der Ankauf der Orgel aus der alten Pfarrkirche in Haynau (Schlesien) und deren Umbau für die Bedürfnisse von Eichwalde durch die Firma Schlag & Söhne in Schweidnitz.

10.08.1913

 

Feierliche Weihe des neuen Gotteshauses durch Erzpriester Alesch unter Assistenz aller bisherigen Eichwalder Seelsorger.

 

Den Mittelpunkt der durch die Firma Wilhelm Burg aus Gelsenkirchen gefertigten neoromanischen Inneneinrichtung bildet der in neoromanischer Formensprache geschnitzte und in Blattgold gefasste Hauptaltar. Der Altar ist eine Stiftung des damaligen Kirchenvorstandes Johannes Mücke. Unter einem segnenden Christus Pantokrator bekrönt ein Altarkreuz mit Christ-Königs-Darstellung und den vier Evangelisten in Silber den Tabernakel. Die beiden (noch erhaltenen) Seitenreliefs stellen links das Opfer des Melchisedek und rechts die Darbringung Jesu im Tempel dar.

Alle Fenster konzipiert und fertigt die traditionsreiche Glasmalerei Oidtmann aus Linnich bei Aachen. Die drei Fenster über dem Hauptaltar zeigen: die Kreuzigung Jesu mit Maria und Johannes (mittig), Heiligen Franziskus beim Empfang der Stigmata (rechts) und den Heiligen Antonius von Padua bei seiner Vision vor dem Jesuskind (links). Das Vierte (später vermauerte) Fenster zeigte eine Darstellung des brennenden Herzens Jesu.

Der Architekt Clemens Lohmer selbst stiftete die beiden Fenster der Taufkapelle, welche die Taufe Jesu und Johannes den Täufer zeigten.

Oberhalb des Marienaltars krönte ein Fenster mit der Darstellung des heiligen Geistes die dort aufgestellte Madonna zum Zeichen der unbefleckten Empfängnis. Das Fenster rechts davon, gestiftet von der Familie Borowski zeigte die Heilige Anna, die ihrer Tochter Maria aus der Schrift vorliest.

Das Fenster neben dem Josephsaltar auf der gegenüberliegenden Seite zeigte eine Darstellung der Heiligen Barbara und wurde von der Familie Hülla gestiftet.

24.06.1917

Im Zuge des I. Weltkriegs beschließt der Kirchenvorstand die Demontage des gesamten Bronzegeläuts, das für die Kriegsproduktion eingeschmolzen wird.

24.03.1929

Weihe des aktuellen Geläuts aus Edelklangstahl durch Kuratus Max Kohlsdorf. Dieses, ebenfalls aus Apolda von der Firma Schilling & Lettermann stammende Geläut, ist auf die Töne g‘, h‘ und d‘ gestimmt. Die bis heute erhaltenen Glocken sind Antonius, Maria und Josef geweiht.

 

Zeitnah wird erstmals ein elektrisches Läutwerk in den Glockenstuhl eingebaut.

05.12.1929

Aufstellung eines Altars mit einer Herz-Jesu-Statue rechts vom Hochaltar, die von zwei Reliefdarstellungen des heilenden und tröstenden Heilands flankiert wird. Der Altar sollte an die Gefallenen des vergangenen Weltkrieges erinnern.

08.04.1948

Konrad Kardinal Graf von Preysing, Bischof von Berlin, erhebt die Kuratie St.-Antonius Eichwalde zur eigenständigen Pfarrgemeinde.

1954

Erste umfassende Renovation des Innenraums der Kirche. Dem Zeitgeschmack entsprechend kommt es zu einer reduzierteren Ausgestaltung. Neben der Installation neuer Beleuchtungskörper wird die bauzeitliche Ausmalung weiß überstrichen und ein Eichenpaneel rund um die Innenwände verlegt. Der 1929 aufgestellte Herz-Jesu-Altar wird aus Platzgründen wieder entfernt und die Statue am ersten Pfeiler des rechten Seitenschiffes positioniert (heutiger Standort der Antonius-Statue).

16.08.1963

  In Vorbereitung des 50. Kirchweihjubiläums kommt es zu weiteren Umbauten: Entfernung der tragenden Säulen der Kanzel, neue Kommunionbank ohne Doppeltüren, Beseitigung der Zierleisten am Hauptaltar. Zudem wird der neue Eichenholz-Kreuzweg des Görlitzer Bildschnitzers Georg Schröter angebracht.

08.09.1963

Neukonsekration des Hauptaltars durch Weihbischof Heinrich Theissing unter Einlassung von Reliquien der Heiligen Märtyrer Papst Xystus II. (Gedenktag: 06.08.) und der Heiligen Felizistas (Gedenktag: 07.03.) in das Sepulcrum.

30.11.1963

Die Pfarrei erhält eine authentische Antonius-Reliquie, die 10 Jahre später ein würdiges Reliquiar (Entwurf Alfons Bittner) mit der Darstellung des Heiligen, erhält.

1964

In Folge eines Sturmschadens werden die Säulen auf den Balkontürmen der Kirche entfernt und durch einfache Backsteinpfeiler ersetzt. Auch das Patriarchenkreuz (doppelter Querbalken), das seit 1913 den Kirchturm krönte, wird durch ein lateinisches Kreuz ersetzt

30.11.1964

Nachdem die alten Fenster der Taufkapelle zerstört worden waren, werden diese durch eine zeitgenössische Darstellung der Schöpferhand und des Heiligen Geistes des Leipziger Glaskünstlers Johannes Roemer ersetzt.

13.06.1965

Weihe der neuen Antonius-Statue des Görlitzer Bildschnitzers Georg Schröter

März 1966

Aufstellung einer neuen Mutter-Gottes- und einer Josefs-Statue aus Lindenholz nach Entwürfen von Alfons Bittner und von Georg Schröter geschnitzt. Im Juni 1967 folgt eine Heilige Elisabeth, die als Verkörperung der christlichen Nächstenliebe dargestellt ist.

14.04.1969

Beginn der großen Umgestaltung des Innenraums der Kirche unter Beachtung der Erfordernisse der Liturgiereform des II. Vatikanischen Konzils. Der Hochaltar und die Kanzel werden abgetragen, ein Fenster in der Apsis zugemauert, ein neuer Fußboden verlegt und die Fenster neu verglast.

 

Theologischer Grundgedanke der Neugestaltung des Innenraums ist die Verheißung des Himmlischen Jerusalems aus der Offenbarung des Johannes, die der Berliner Künstler Alfons Bittner federführend umsetzt. Zentrale Elemente dabei sind die Apsisfenster mit der Darstellung des apokalyptischen Lammes und die Neufassung zentraler Ausstattungsstücke der Kirche mit golden gefassten farbigen Steinen, die das Bild der Stadtmauern des Himmlischen Jerusalems zitieren. Den Mittelpunkt des Altarraums bildet der neue Altar, der auf den Säulen des alten Hochaltars ruht. Neben diesen konnten mit den beiden Seitenreliefs des Hochaltars, des Evangelisten-Reliefs aus der alten Kanzel, dem alten Altarkreuz im neuen Vortragekreuz und dem alten Taufstein auch zentrale Ausstattungsstücke von 1913 in die Neugestaltung integriert werden.

21.12.1969

Konsekration des neuen Altars, durch Erzbischof Kardinal Bengsch am 4. Adventssonntag unter Verwendung der Reliquien des alten Hochaltars.

25.05.1977

Nach einem Jahr findet mit der Abdeckung des Turmes mit Kupferblech und der Neueindeckung des Daches auch die Außensanierung der Kirche ihren Abschluss.

1983

Anlässlich des Rosenkranzmonats erhält die Mutter-Gottes-Statue eine Mandorla (Entwurf von Alfons Ritter, Ausführung Gerhard Suchorski)

10.03.1985

Joachim Kardinal Meisner schenkt unserer Pfarrei eine Johannes-Nepomuk-Statue, die, da der populäre Heilige auch der Patron des Beichtgeheimnisses ist, über dem Beichtstuhl platziert wird.

17.02.1991

Ausbruch eines Feuers in der Sakristei, das neben der Ausstattung und dem Inventar der Sakristei auch den Innenraum der Kirche so stark in Mitleidenschaft zieht, dass die Restaurierung der Orgel nicht mehr möglich ist. Dank der Gastfreundschaft unserer evangelischen Geschwister vor Ort können die Sonntagsmessen während der Renovierungsarbeiten in der Evangelischen Kirche stattfinden. Bereits am 7. Juli finden die Renovierungsarbeiten mit der Heiligen Messe in der Pfarrkirche ihren Abschluss.

2004

Pfarrkirche, Pfarrhaus und Einfriedung werden in die Denkmal-Liste des Landes Brandenburg aufgenommen. Sie stehen unter Ensembleschutz.

2008 - 2009

Mit Unterstützung durch das Erzbistum, das Land und die Kommune sowie zahlreicher Spenden kann die Pfarrgemeinde die Neueindeckung des Kirchdachs in seiner ursprünglichen Form und die denkmalgerechte Restaurierung der Fassade des Pfarrhauses realisieren.

10.08.2013

Nach langer Vorbereitung, die schon unter Pfarrer Schröter begonnen hatten, begeht die Gemeinde unter ihrem Pfarradministrator Pfarrer Nava-Mediavilla das 100. Jubiläum ihrer Pfarrkirche. Den Höhepunkt der einwöchigen Festwoche bildet der Festgottesdienst mit Weihbischof Dr. Mathias Heinrich, an der allein drei Priester, die aus der Gemeinde hervorgegangen sind, konzelebrieren. Zusammen mit unserer Schwestergemeinde St. Elisabeth in Königs Wusterhausen und vielen Gästen auch anderer Konfessionen feiert die Gemeinde ein buntes Fest zum Jubiläum der Kirche und zu ihrem Bekenntnis.





 

Pfarrarchiv Bilder Eichwalde

Altarraum der Kirche, um 1925
Altarraum nach der Renovation,
St.-Josef-Altar im linken Seit
St.-Marien-Altar im rechten Se
Taufstein mit altem Kupferdeck

 

Altarraum

AntoniusTuchEsel
Altar Ostern 2013
Darstellungdes Herrn
Opferdes Melchisedeks
Altarraum 2013